(am, vr) – Zum ersten mal präsentiert sich eine PC Tools Internet Security im sl.portal. Doch die Version 2010 hat so einige Makel.

Die Installation läuft zunächst äußerst schnell ab! Selbst das Herunterladen aktueller Installationsdaten und Signaturen von knapp 68 MB (DSL vorausgesetzt) während der Installation ließ sich die ganze Prozedur nach nur 3 bis 4 Minuten abschließen. Nach einem Neustart des Systems und dem Erkennen des Netzwerkes wird zugleich eine automatische Untersuchung des Systems durchgeführt. Auf einem Testrechner wurden dabei Tracking Cookies erkannt. Wer sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kostenlos registriert hat, dem ist es nicht möglich irgendwelche Bedrohungen zu entfernen.

Da während der Installation bereits die Signaturen aktualisiert wurden ist dieser Punkt erst mal nicht weiter wichtig. Allerdings sollte dem Nutzer bewusst sein, dass er keinerlei Einstellungen bezüglich des Updateintervalls besitzt. Lediglich in den geplanten Aufgaben lässt sich eine Smart Update Regel auf minimal einmal täglich einrichten.

Bei einer vollständigen Untersuchung fällt auf, dass diese bei einem System mit 1 GB Arbeitsspeicher wesentlich reibungsloser abläuft und ein gleichzeitiges Arbeiten noch möglich ist, wohingegen das System mit 512 MB Arbeitsspeicher deutlich zu kämpfen hatte und an Arbeiten kaum zu denken ist. Dennoch kommt es im ersten Fall vor, dass das Starten von weiteren Anwendungen deutlich in die Länge gezogen wird.

Bei unseren Malware Tests enttäuscht die PC Tools auf ganzer Linie. Mit Standard Einstellungen wurden 500 ein Jahr alte Viren, Würmer und Trojaner nur zu 93,4% erkannt. Ein zweiter Test mit knapp 5000 Schädlingen die noch um einiges älter sind wurden nur rund 88,5% erkannt. Banal, PC Tools konnte in einem Fall die Erkannten Bedrohungen nicht vollständig entfernen und ließ 4 Schädlinge zurück. Diese fanden sich erst zu einer späteren Untersuchung wieder. Die restlichen Schädlinge gelten demnach als unbekannte Bedrohung für die PC Tools den Behavior Guard bereitstellt. Dieser soll Schutz vor neu auftauchenden Bedrohungen bieten und gefährliche Verhaltensweisen erkennen, sowie blockieren. Doch das manuelle Ausführen etlicher Schädlinge zeigt keinerlei Reaktion von PC Tools – das System ist hinüber.

Malware-Test 500er 500er 5000er
System a.m.SASH Versus Versus
Alter der Malware Januar 2009 Januar 2009 August 2008
Vor der Untersuchung 500 500 4979
Nach der Untersuchung 33 29 573
Erkennungsleistung 93,4% 94,2% 88,5%

Das Hauptfenster der PC Tools ist übersichtlich und ansprechend gestaltet. Die wichtigsten Informationen sind vorab auf der Hauptseite zu finden, wie etwa das letzte Update oder die letzte Untersuchung. Von hier aus lässt sich auch gleich eine Untersuchung ausführen und man gelangt ebenso bequem zu den Allgemeinen Einstellungen. Die Einstellmöglichkeiten sind übersichtlich und nicht zu umfangreich, also genau so, wie es sich der ganz normale Nutzer wünscht.

Der Netzwerkzugriff kann für jede Anwendung einzeln erlaubt oder verboten werden, zudem gibt es die Möglichkeit der Abfrage des Anwenders. Sollte ein Programm auf das Netzwerk zugreifen wollen, kann hier der Anwender dann jedes mal selbst entscheiden, ob dieser Zugriff gestattet werden soll oder nicht.

Das Surfen im Internet und der Download gehen ohne Einbrüche bei der Übertragungsrate von statten. Doch beim EICAR Test versagt PC Tools erneut. Die ausführbare EICAR Testdatei konnte ohne Probleme auf der Festplatte gesichert werden. Die infizierte ZIP-Datei konnte ebenso ungehindert auf die Festplatte geschrieben werden. Für den Internet Explorer gibt es den Browser Defender der die Sicherheit der Webseite überprüfen soll. Dumm nur, wenn der Nutzer herausfindet, dass eine angeblich “sichere” Seite in Wahrheit gar nicht von PC Tools überprüft wurde. Der Schuss könnte mal nach hinten los gehen…

Für Outlook und Thunderbird gibt es eine Symbolleiste die Mails nach Spam oder kein Spam sortiert. Hier kann auch festgelegt werden, was mit Spammails geschehen soll. In den Einstellungen lassen sich E-Mail Adressen und IP-Adressen auf eine Zulassen und eine Blockieren-Liste setzen. Ebenso lässt sich das Filtersystem konfigurieren in dem man etwa das Verhalten der einzelnen Dateiendungen festlegen kann.

Der Support von PC Tools zeigt sich von seiner schlechtesten Seite. Da für unseren Test die Mindestvoraussetzung an Arbeitsspeicher nicht auffindbar war, wandten wir uns mit einer einfachen Frage, uns die genauen Systemvoraussetzungen mitzuteilen, an den Support. Nach sage und schreibe 12 Tagen kam eine Antwort:

Vielen Dank fuer Ihre E-Mail und Ihr Interesse an PC Tools.

Ich entnehme Ihrer Nachricht, dass Sie wissen moechten wie gross PC Tools Internet Security ist, weil Sie wissen moechten, ob PC Tools Internet Security auf Ihren Rechner laufen wird.

Die Dateigroesse ist 41,128 KB.

Laden Sie sich PC Tools Internet Security kostenlos herunter und testen Sie es, indem Sie PC Tools Internet Security von diesem Link herunterladen: http://www.pctools.com/de/internet-security/

Sie koennen dann sehen, ob Ihr Rechner PC Tools Internet Security laufen laesst.

Sollte der Rechner mit der Software überfordert sein, weil es sich um ein älteres Gerät handelt, hängt er sich nach der Installation wohl möglich auf und reagiert nicht mehr. Die Software dann wieder deinstalliert zu bekommen, dürfte sich für einen Computerlaien recht schwierig gestalten.

Am 10.02. ging eine weitere Mail an den Support raus. Darin ging es um den Malware Test mit samt den nötigen Informationen und der entscheidenden Frage weshalb PC Tools nicht im Stande war diese wirklich alten Schädlinge zu erkennen. Auf eine Antwort warten wir noch heute. Wahrscheinlich schämt sich der Support dafür und anstatt darauf einzugehen und die Schädlinge einzufordern damit diese überprüft werden wird einfach Still geschwiegen.

Zuletzt, beim Kompilieren einer Viren Datei mit EIGE wurde keine Warnung ausgesprochen. Die Datei konnte ungehindert auf die Festplatte (C:/Windows/) geschrieben werden.

Sehen Sie sich alle PC Tools Screenshots (ca. 4,7 MB) unserer Testsysteme an.

Das sl.portal Fazit

Die PC Tools Internet Security 2010 überzeugt in der Bedienung und der Übersichtlichkeit. Schlecht ist hingegen die Performance bei weniger als 1 GB Arbeitsspeicher. Der Browser Defender schwindelt sogar den Nutzer an. Das gesamte Schutzkonzept konnte nicht überzeugen. Auf den Support möchte man im Ernstfall nicht angewiesen sein. Und für 49,95 Euro (1 Jahr Lizenz) finden Windows XP, Vista und 7 Nutzer bessere Alternativen.

Weitere Details zu unseren Testsystemen:

a.m.SASH Versus
Betriebssystem Windows XP SP2 Windows XP SP3
Arbeitsspeicher 512 MB RAM 1 GB RAM
Prozessor 2,0 GHz 2,2 GHz
Prozesse vor der Inst 25 17
Prozesse nach der Inst 30 22
Installationszeit 3 Minuten 4 Minuten
Persönlicher Pluspunkt  Übersichtliche Oberfläche  Schnelle Installation inkl. Updates
Persönlicher Minuspunkt  Browser Defender
 Erkennungsleistung
 Programm und Support
überzeugen nicht

m03+ms

Erfahrungsbericht von a.m.SASH (am)
Unterstützt von Versus (vr)
Der Erfahrungsbericht vertritt die Meinungen aller sl.portal Mitglieder

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2 Kommentare zu “Erfahrungsbericht zur PC Tools Internet Security 2010”
  • Markus sagt:

    In einer der letzten c’t Zeitschriften wurden eine ganze Reihe an Security Suite’s verglichen. Als Ergebnis wurden insbe. die diversen Firewalls als teilweise mangelhaft bewertet – auch von namenhaften Herstellern. Leider geistern unzählige Meinungen über Sinn und Unsinn von Security Suites und deren Zusatzfunktionen im Netz umher.

    Braucht man eurer Meinung nach eine Suite (insbesondere mit Firewall) oder ist man mit der Windows-eigenen Lösung besser gestellt ???
    Ist eine Hardware-Firewall eine sinnvolle Ergänzung – und wo liegen die Unterschiede in Arbeitsweise und Bedienung.
    Und wie kann ich als Laie feststellen, ob meine Security Suite mich im Netz sicher abschottet und vernünftig konfiguriert ist ???

    So viele Fragen…
    Wäre doch mal ein eigener Artikel wert :wink:

    Gruß Markus

  • jens.pechmann sagt:

    Auf Windows 7 ist eine reine Antiviruslösung + die Windows Firewall sicherlich ausreichend. Wenn man zudem hinter einem Router arbeitet welcher von Haus mit einer NAT & SPI Firewall arbeitet ist ein Suite nicht zwingend nötig. Aber da der unbedarfte “Ottonormaluser” sich gern in Sicherheit wiegt und die Hersteller dieses Gefühl auch gern vermitteln wird wohl auch in Zukunft der Trend eher zu den Suites gehen. Welche ja mittlerweile sogar schon mit Defrag und Back-Up Diensten daher kommen. Was die Ergänzung betrifft sehe ich das so das eher die Software Firewall eine Ergänzung zur Hardware Firewall dartsellt als umgekehrt. Die Software Firewall kontrolliert welche Anwendung was darf auf dem Rechner(dies tuen Verhaltensblocker auch), während die Hardware Firewall insbesondere die Datenpackete kontrolliert. Eine gute Testmöglichkeit findest du unter https://www.grc.com/x/ne.dll?bh0bkyd2 & http://www.port-scan.de/ welche u.a. Portscanner bereit halten.

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