(am, vr, ag, cp) – Der gelbe Sicherheitsmann Norton ist wieder da und er hat die Internet Security 2010 mit dabei.
Die Installation von Norton verlief recht reibungslos und schnell. Der Anwender kann dabei die benutzerdefinierte Installation auswählen. Hier steht allerdings nur Auswahl des Programmverzeichnisses zur Verfügung. Nach Abschluss der Installation ist das Programm auch sofort einsetzbar, denn wie auch in der Vorgängerversion wird kein Neustart verlangt.
Ein dennoch von Hand ausgeführter Neustart auf einem der Testsysteme zeigte allerdings starke Verzögerungen beim Systemstart. Es dauerte rund 5 Minuten bis die Windowsoberfläche tatsächlich erschien. Norton selbst benötigte dann noch weitere 2 Minuten bis das Icon in der Taskleiste erschien. In dieser Zwischenzeit konnte der Rechner nicht genutzt werden.
Die Oberfläche der 2010er Version präsentiert sich noch etwas düsterer als sein Vorgängermodell. Was allerdings wiederholt negativ ins Auge fällt, sind die 58 Tage alten Signaturen und die fehlende Komplettuntersuchung des Systems, was aber noch als “OK” angesehen wird. Lässt man den Rechner einfach stehen bemerkt Norton erst nach etwa 10 Minuten das seine Signaturen eigentlich viel zu alt sind und schlägt erst dann Alarm. Das haben andere Hersteller schon besser gelöst!
Nun kommt das erste Update. Der Ressourcenbedarf liegt dabei im mittleren Bereich. Mit bloß ein bis zwei aktiven Diensten unter Windows XP gehört Norton eher zu den schlanken Systemen. Die Mindestanforderung laut Symantec von nur 256 MB RAM scheint diesen Eindruck ebenfalls zu erwecken. Der Selbstschutz ist effektiv. Die Vollständige Untersuchung des Rechners belastete das System mittelmäßig bis stark. Teilweise abhängig von der Prozessorkraft, 2 GHz scheinen von Vorteil zu sein, ist ein nebenher Arbeiten gar nicht mehr möglich. Die Untersuchung lässt sich aber jederzeit pausieren oder gar abbrechen. Das Protokoll ist übersichtlich und informativ. Auf einem Testsystem mit etwa 500 Malware-Samples wurde der Nutzer nur in 5 Fällen zur Aktion aufgefordert. Die Erkennungsrate lag bei 93%. Falls mit dem Rechner zusätzlich noch Netzwerklaufwerke verbunden sind, werden diese ungefragt mit Untersucht. Dies kann die Untersuchung erheblich verzögern. Ein Option die dies deaktiviert, fand sich diesmal. Auf einem Testsystem wurden auch so genannte Tracking Cookies gefunden bei denen es sich um reine Textdateien handelt die keinerlei Schaden am System anrichten können.
Die verschiedenen Einstellmöglichkeiten sind ohne Probleme vom Hauptfenster aus zu erreichen, jedoch wirkt das registerreiterähnliche System innerhalb der Einstellungen etwas unübersichtlich, man übersieht leicht etwas. Eine Konfiguration des Updatevorgangs lässt sich nicht auffinden, so kann der Benutzer nicht selbst entscheiden wann und in welchen Abständen eine Aktualisierung stattfinden soll. Viele Einstellungen beschränken sich auf einfaches Ein- oder Ausschalten der jeweiligen Funktion. Die Firewall lässt sich in verschiedenster Hinsicht einstellen. So ist es möglich, einzelne Programme zu erlauben und Regeln zu erstellen. Sie bietet darüber hinaus auch einen Automatikmodus, der vorgegebene Regeln auf Programme anwendet und so das Benutzen leichter macht.
Das Surfen im Internet läuft flott, selbst größere Downloads laufen mit voller Geschwindigkeit und ohne Einbrüche durch. Der Download des EICAR Testfile wird erwartungsvoll mit einer entsprechende Warnmeldung geblockt. Lediglich die infizierte ZIP-Datei kann ungehindert auf dem Rechner gespeichert werden. Bei der direkten Ausführung wird sie aber sofort blockiert. Der Internet Explorer ab Version 6.0 sowie der Firefox ab Version 3.0 bekommen eine neue Toolbar spendiert. In dieser zeigt Norton an, ob von der aktuellen Seite eine Bedrohung ausgehen könnte. Interessant ist auch der Link-Check von Norton. Dabei zeigt das Programm bei „guten“ Links einen grünen Haken neben diesem an. Wer ein rotes Kreuz erwischt kann mit der Maus darauf halten um in der Zusammenfassung näheres zu erfahren. Neben der Google Suche werden auch die Links bei der Bing Suche überprüft.
Skurril, der Schutz vor möglichen Sicherheitslücken in Programmen und Betriebssystem die ab jetzt geschützt sein sollen. In dieser Liste findet sich nicht nur das veraltete Windows 95 Betriebssystem, welches von Norton Internet Security 2010 offiziell gar nicht unterstützt wird, sondern auch Konkurrenz Produkte aus dem Hause BitDefender und McAfee. Offenbar hält Symantec es für eine mögliche Option neben Norton noch Anti-Viren Programme von BitDefender und McAfee zu nutzen und diese Produkte schützen zu müssen. Sehr Gütig.
Neben den üblichen Vorgaben einer Security-Suite, wie Anti-Viren Scanner, Firewall usw. ermöglicht Norton auch eine PC-Optimierung. Leider lässt sich nicht feststellen, was wirklich optimiert wird. Es könnte Norton selbst sein. Ebenso hat Symantec einiges in die Systemleistungsüberwachung gesteckt. Diese Funktion kann aber mehr als Spielerei betrachtet werden, als das sie groß an nutzen zeugt. Die Anti-Spam Funktion gibt es für Outlook ab Version 2002, Outlook Express ab Version 6.0 und Windows Mail.
Das erste deutsche Official Symantec Support Forum finden Sie bei http://www.computerguard.de/
Sehen Sie sich alle Norton Screenshots (ca. 2,2 MB) unserer Testsysteme an.
Das sl.portal Fazit
Symantec hat eine schonende Weiterentwicklung betrieben, was nicht unbedingt falsch sein muss. Was allerdings auf allen Testsystem negativ auffällt, ist die Performance. Während die Vorgängerversion in diesem Bereich noch deutlich Punkten konnte, so lies es in dieser Version doch ziemlich nach. Im fortlaufenden Betrieb wurden die Rechner immer träger und langsamer beim Starten von Programmen dritter. Wer allerdings ein glücklicher Besitzer eines Hightech Rechners ist, braucht sich darum natürlich keine sorgen zu machen, diesen Windows XP, Vista und 7 Nutzern darf man diese Security Suite auch zu einem Preis von 39,99 Euro für ein Jahr empfehlen.
Erfahrungsbericht von Angier (ag)
Unterstützt von a.m.SASH (am), Versus (vr) und campino (cp)
Der Erfahrungsbericht vertritt die Meinungen aller sl.portal Mitglieder















Hallo,
ich nutze die neue Version von NIS auf mehreren Rechnern. Die beschriebenen Leistungseinbußen kann ich auf keinem System so nachvollziehen, obwohl die Rechner schon etwas älter bzw. nur für den Office Einsatz ausgelegt sind. Auch die enorme Zeitspanne noch der Installation trat bei mir nie auf.
Die mangelnde Konfigurierbarkeit ist m.M. eine Glaubensfrage. Gerade unerfahrene User werden so vor Fehlentscheidungen bewahrt.
Zum Preis: Die Einzelplatzversion finde ich bei Amazon für ~26€
OT: Ich lese seit einiger Zeit regelmäßig auf Sashland. Eine wirklich klasse Seite, sehr informativ und seriös. Über mehr Tipps und Ratschläge würde ich mich freuen.
MfG Markus
Hallo Markus,
vielen Dank für Dein Kommentar! Zu dem Preis möchte ich nur gern hinzufügen das dies die Angabe des Herstellers auf der jeweiligen Produktseite entspricht. Angebote dritter werden daher nicht berücksichtigt
Grüße, a.m.SASH
Guter Bericht,
während sich der Rest der Welt in den bekannten Lobeshymnen über Norton verfängt, lese ich hier, was ich selbst festgestellt habe.
Auf meinem 2.Rechner, der drei Jahre alt ist ( AMD Turion TL-50) lief Norton AV-2009 wirklich locker unf frei.
Beim Upgrade auf AV 2010 bemerkte ich durchaus eine höhere CPU Auslastung, gegenüber 2009.
Inakzeptabel, 1 Jahr Norton hat gereicht.
Hoffentlich verfällt Norton in zukünftigen Versionen nicht wieder in alte Zeiten.
Hier wurde zwar die IS getestet, aber zum AV Programm, denke ich, liegen deshalb keine WElten in punkto Systembelastung.
Ich habe derzeit PC Tools Internet Security und bin an und für sich sehr zufrieden damit und scheinbar gut geschützt, allerdings verlangsamt das Programm den Computer sehr und da es in wenigen Tagen abläuft bin ich auf der Suche nach einem neuen Komplettpaket, dass sowohl ausgezeichneten Schutz bietet als auch niedrige Leistungseinbussen.
Man liest überall was anderes, auf jeder Seite schneidet ein anderes Programm gut ab, als Leie ist es fast unmöglich sich zu entscheiden.
Darf ich fragen welches Program hier nun am Besten abgeschnitten hat und welches empfohlen wird? Für welches würdet Ihr Profis Euch entscheiden bzw. für welches habt Ihr Euch entschieden???
Vielen Dank im Voraus und lg
Bianca
Hallo Bianca,
es ist in der Tat so, das eine Sicherheitssoftware nicht auf allen Rechnern gleich gut laufen kann, da es einfach zu viele unterschiedliche Systeme gibt. Was beim Nachbarn einwandfrei läuft, muss auf dem eigenen Rechner nicht zwangsläufig auch so gut laufen. Da gibt es einmal den Faktor Hardware (Prozessor, Arbeitsspeicher) und den Faktor Software (Windows, Drittprogramme) die beide stimmen müssen.
Daher ist es schwer einen idealen Kandidaten zu wählen. Allerdings in Sachen Performance hat die ESET Smart Security 4.0 überzeugt. Den Bericht kann man hier nachlesen: http://sashland.de/portal/2009/05/02/erfahrungsbericht-zur-eset-smart-security-40/
Es sei aber darauf Hingewiesen das ein Selbstschutz fehlt!
Insgesamt betrachtet fördern unsere Berichte, das die Security Suites immer Anspruchsvoller werden und entsprechend mehr Leistung benötigen. Große Ausnahmen wie etwa die ESET sind leider nicht mehr die Regel.
Ich für meinem Fall nutze primär einen Mac mit Kaspersky Anti-Virus und Little Snitch als Firewall. Mein Laptop mit Windows Vista läuft mit der kostenlosen Anti-Viren Lösung von Microsoft (MSE) und Windows 7 seit gestern mit der Kaspersky Internet Security Computerbild Edition (auch kostenlos).
Grüße a.m.SASH