Trojanische Pferde und TSR-Dateiviren
(am) – Trojanische Pferde sind streng genommen keine Viren, da es sich dabei nicht um Programme handelt, die sich selbst reproduzieren und ausführen können. Meist dienen nützliche Hilfsprogramme oder Informations-CD’s als Tarnung, oft verbunden mit der Einladung, die Dateien kostenlos zu kopieren und weiterzugeben. Die verstecken Schädlinge werden erst wirksam, wenn der Anwender dass Programm aufruft, in dem sie verborgen sind.
Eines der bekanntesten Trojanischen Pferde ist als Diskette mit wichtigem Informationsmaterial zum Thema AIDS getarnt. Diese “AIDS-Informationsdiskette” wurde aus Panama kostenlos an Teilnehmer eines Fachkongresses verschickt.
Die zweithäufigste Art von Viren ist der TSR-Dateivirus. Wie der Name schon sagt, werden von Viren dieser Art Dateien befallen. Dabei handelt es sich in der Regel um COM- und EXE-Dateien; es gibt aber auch ein paar Gerätetreiberviren, und einige Viren infizieren Überlagerungsdateien, außerdem müssen ausführbare Programme nicht unbedingt die Namenserweiterung COM oder EXE haben, obwohl dies in 99 % der Fälle zutrifft.
Damit sich ein TSR-Virus verbreiten kann, muß jemand ein infiziertes Programm ausführen. Der Virus wird speicherresident, und prüft in der Regel jedes nach ihm ausgeführte Programm, um es ebenfalls zu infizieren, falls es noch nicht infiziert ist. Einige Viren werden als “schnell infizierende Viren” bezeichnet. Solche Viren infizieren eine Datei bereits, wenn Sie diese nur öffnen (zum Beispiel wird bei einer Datensicherung unter Umständen jede auf einem Laufwerk enthaltene Datei geöffnet). Der erste schnell infizierende Virus war Dark Avenger. Die Infektionsroutine des Green Caterpillar dagegen wird durch jeden Vorgang ausgelöst, mit dem bestimmt wird, welche Dateien vorhanden sind (z. B. durch den DIR-Befehl). Es wuden auch noch andere Infektionsauslöser verwendet, aber in den meisten Fällen wird ein Programm infiziert, sobald es ausgeführt wird.
Start der Serie mit Teil 1 – Wie infiziert ein Virus eine Datei…
Als nächstes folgt Teil 9 – Update-Viren, Würmer und Zeitzünder







